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Arbeit und Leben in Hongkong
Von admin | 6.August 2009
Einwanderer sollten sich intensiv mit den Bedingungen für Arbeit und Leben in Hongkong vertraut machen. Der Arbeitsalltag ist in Hongkong hart, stressig und lang. Die Arbeitswoche hat in der Regel mehr als 60 Stunden. In großen Unternehmen gilt Rauchverbot, die Großraumbüros sind winzig und Arbeitsschutz und -sicherheit sind kaum bekannt.
In Hongkong sind praktisch keine gesetzlichen Sozialversicherungen vorhanden, private Versicherungen muss jeder für sich selbst abschließen. Hongkongs Krankenversicherungssystem ist staatlich geregelt und finanziert sich beispielsweise durch Steuergelder. Gegen eine Gebühr in Höhe von zehn Euro kann jeder Bürger ärztliche Hilfe in den staatlichen Krankenhäusern in Anspruch nehmen. Unberechtigt hohe Beiträge, wie die deutschen Krankenkassen sie teils erheben, kennt man in Hongkong nicht.
Der Alltag der Arbeit
Der Aufwand ist bei der Arbeit in Hongkong oftmals höher als beispielsweise in Deutschland. Standardisierungen von täglichen Arbeitsprozessen sind wenig vorhanden, weshalb die Arbeit oft viel Zeit beansprucht. Ad-hoc-Aktionen unterbrechen das Tagesgeschäft und abends kommen manchmal noch Kundenessen hinzu. Arbeitnehmer müssen bei ihrer Arbeit vor allem über Stressresistenz, ein hohes Maß an Toleranz und Flexibilität verfügen. Kleidervorschriften im Berufsleben sind selbstverständlich. Männer tragen bei der Arbeit Langarmhemden mit Krawatte und Anzug, Frauen Kostüme oder Hosenanzüge in gedeckten Farben. Ein geringfügiger Arbeitsschutz gegen widrige Umstände und Krankenschutz ist ebenso im Arbeitsrecht verankert wie der Urlaubsanspruch: ganze sieben Tage im Jahr.
Verdienstmöglichkeiten und Lebenshaltung
Das Lohnniveau ist mit dem der EU-Staaten vergleichbar. Die Einkommen sind allerdings sehr unterschiedlich. Ungelernte Hilfskräfte verdienen zum großen Teil nicht mehr als 1,20 Euro die Stunde. Beim mittleren und gehobenen Management sind den Gehältern dagegen keine Grenzen gesetzt – 5.000 Euro können hier ohne Probleme verdient werden. Die Lebensqualität ist gut. Die Lebenshaltungskosten sind allerdings höher als in Deutschland. Lebensmittel und vor allem Milchprodukte sowie Mieten sind teils doppelt so teuer wie in Deutschland. Autofahren ist in Hongkong ebenfalls recht kostenintensiv, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wiederum günstig.
Arbeitserlaubnis für Arbeit in Hongkong
Wer in Hongkong eine Arbeit antreten möchte, benötigt eine Arbeitserlaubnis. Die ist zunächst auf ein Jahr befristet. Um die Erlaubnis kümmert sich der Arbeitgeber, der einen Antrag beim Immigration Department einreicht. Gibt die Einwanderungsbehörde grünes Licht, liegt die Arbeitserlaubnis meist nach sechs bis zehn Wochen auf dem Tisch. Nach einem Jahr muss eine Verlängerung beantragt werden. Das geht genau dreimal so, dann gilt das Visum jeweils zwei Jahre lang und ab dem siebten Jahr kann eine Einbürgerung beantragt werden.
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